Indienststellung TLF 4000
Am Donnerstag, dem 05.11.2026 wurde das neue TLF 4000 der Feuerwehr Flörsheim in Dienst gestellt.
Das TLF ersetzt nun das seit 1997 im Dienst befindliche GTLF. Das bisherige Fahrzeug beruhte auf einem Konzept, welches u.a. bei der Berufsfeuerwehr Duisburg zum Einsatz kam. Hiermit wurden die seinerzeit in Flörsheim geplanten und anhand der Risikobeurteilung geforderten Beschaffungen eines Löschgruppenfahrzeugs sowie eines Tanklöschfahrzeugs in einem Fahrzeug gebündelt. Hierdurch konnte eine deutliche Kostenreduzierung in der Anschaffung, aber auch für die laufenden Kosten der Wartung und des vorzuhaltenden Stellplatzes, geschaffen werden. Gleichzeitig sollte mit dem Fahrzeug und einem möglichst geringen Personalbedarf (hier eine Staffel bzw. 6 Personen) ein breites Einsatzspektrum im Brand- und Hilfeleistungsbereich abgearbeitet werden können.
Das GTLF hat uns über 29 Dienstjahren zuverlässig begleitet und war meist das erste Fahrzeug, mit welchem die Kameradinnen und Kameraden zu den jeweiligen Einsätzen ausgerückt sind. Bei über 2.300 Einsätzen hat sich dieses Konzept rückblickend bewährt, so dass im aktuellen Bedarfs- und Entwicklungsplan der Stadt Flörsheim am Main durch das erstellende externe Büro erneut die Kombination eines Tanklöschfahrzeugs mit erweiterter Besatzung und Beladung in die Soll-Vorgabe aufgenommen wurde. Die Alternative wäre auch hier gewesen, zwei Fahrzeuge zu beschaffen, wodurch im Ergebnis für den städtischen Haushalt eine Mehrbelastung entstanden wäre und zudem ein zusätzlicher Stellplatz hätte geschaffen werden müssen.
Zu Beginn der mehrjährigen Beschaffungs- und Planungsphase für das Neufahrzeug wurde auf dieser Grundlage geprüft, wie das Fahrzeug noch besser auf die in den letzten Jahren veränderte Struktur der Stadt mit wachsenden Gefahrenpotentialen und den damit verbundenen Aufgabenstellungen an die Feuerwehr angepasst werden kann. Weiterhin wurden unterschiedliche Hersteller und andere Feuerwehren kontaktiert, besucht und eingeladen, um aktuell am Markt verfügbare Fahrzeugoptionen kennenzulernen. Nach umfangreichen Beratungen wurde festgelegt, dass der einsatztaktische Wert des Vorgängerfahrzeugs bestmöglich erhalten werden, dabei jedoch ein möglichst seriennahes und leichteres Fahrgestell zum Einsatz kommen soll.
Auf die darauf ausgelegte Leistungsbeschreibung erhielten schließlich die Firmen Rosenbauer (für den Aufbau) und MAN (für das Fahrgestell) Ende 2024 die entsprechenden Aufträge. Nach nicht ganz zweijähriger Bauzeit ist schließlich ein Fahrzeug entstanden, was die gesetzten Anforderungen sehr gut umsetzt:
- Nutzung eines handelsüblichen 18-Tonnen Allradfahrgestells
- Erweiterung der Fahrzeugbesatzung von einer Staffel (1/5) um einen zusätzlichen Trupp auf jetzt 1/7
- Gleichbleibender Löschmittelvorrat (4.000 l Wassertank, 500 l Schaummitteltank, hier kommt ein Schaummittel mit einer Zumischrate von 1 % zum Einsatz statt bisher 1.000 l mit 3 % Zumischrate)
- Fahrzeugpumpe mit gesteigerter Förderleistung (Rosenbauer N45, min. 4.000 l/min), aufgrund der zwischenzeitlich etablierten Hohlstrahlrohrtechnik ohne Hochdruckteil
- Einheitliches Bediensystem am Maschinistenplatz und am Pumpenbedienstand (Rosenbauer LCS), hiermit kann die Pumpe auch vom Fahrerplatz aus gestartet und bedient werden, inkl. sog. Pump & Roll-Funktion, also der Möglichkeit, die Fahrzeugpumpe während der Fahrt zu betreiben
- Vollständige Beleuchtung des Fahrzeuges und Lichtmastes in LED-Technik
- Optimierte Bedienung, u.a. mit ergonomischen Ausstiegen am Mannschaftsraum, Auftritten an allen Geräteräumen, Entnahmehilfe für die tragbare Leiter, Schnellangriffseinrichtung Strom (3x 230 V-Steckdose mit 30 m Kabellänge)
- Erweiterte Beladung für Vegetationsbrände, u.a. D-Schlauchmaterial, Hohlstrahlrohre und Verteiler sowie Löschrucksäcke
- Einheitliche Nutzung des Milwaukee M18-Akkusystems für akkubetriebene Werkzeuge, Arbeitsstellenleuchten und den Lüfter
- Thematische Anordnung der Beladung innerhalb der Geräteräume, so dass die jeweils zusammengehörenden Ausrüstungsgegenstände auch zusammen verlastet sind
Nachdem das Fahrzeug Mitte Oktober von einigen Kameraden beim Aufbauhersteller der Fa. Rosenbauer in Luckenwalde (Brandenburg) abgeholt und am Abend des 15. Oktober gemeinsam am Feuerwehrhaus empfangen wurde, erfolgten in den letzten Wochen umfangreiche Ausbildungen und Einweisungen, um mit der neuen Technik vertraut zu werden.
Und auch wenn viele Kameradinnen und Kameraden das „alte“ GTLF, was sie zum Teil seit ihren ersten Feuerwehrtagen begleitet hat und mit dem eine Vielzahl von Erinnerungen verbunden sind, vermissen werden, so wird auch das TLF 4000 über seine geplante mindestens 25 jährige Dienstzeit viel neue Erinnerungen schaffen und hoffentlich ein ebenso zuverlässiger Begleiter im Feuerwehrdienst werden.
Die offizielle Übergabe durch den Bürgermeister wird zusammen mit dem neuen StLF 20-V der Feuerwehr Flörsheim-Wicker voraussichtlich Anfang Dezember erfolgen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Mitgliedern des Beschaffungsteams für die unzähligen ehrenamtlichen Stunden, die für den gesamten Prozess erforderlich waren, herzlich bedanken! Ebenso danken wir der Stadt Flörsheim und den politisch Verantwortlichen für die Unterstützung und die Bereitstellung der erforderlichen Mittel zur Beschaffung des Fahrzeugs.










